9 Tipps für mehr Lern-Motivation

In der ersten Klasse sind die meisten Kinder motiviert, Neues zu lernen. Im Laufe der Jahre lässt die Freude bei einigen Kindern jedoch merklich nach. Wie können Sie die Motivation Ihres Kindes erhalten oder fördern?

Kinder brauchen Motivation
Dann kommen Lernspaß, Kreativität und Erfolg von alleine

Tipp 1: Anerkennung

Wir möchten, dass sich unsere Kinder Mühe geben.Schenken Sie Ihrem Kind Anerkennung für Dinge, die es aktiv beeinflussen kann und freuen Sie sich mit ihm über

  • Seine ausreichend frühe Vorrbereitung

  • die rege Beteiligung am Unterricht

  • Sich angestrengt zu haben

  • Es nochmals versucht zu haben

  • Von alleine angefangen zu haben

  • Die neue Lerntechnik ausprobiert zu haben

Tipp 2: Achten Sie darauf, wofür Sie Ihr Kind loben

Oft loben wir zu allgemein und auf das Ergebnis bezogen.

Man sagt etwas wie: "Gut", "das hast du super gemacht". 

Effektiver ist konkretes Loben:

  • Heute bist du aber alleine richtig weit gekommen.

  • Ich habe das Gefühl, du bist in letzter Zeit viel selbständiger geworden,

         vor allem bei den Hausaufgaben.

  • Jetzt hast du beide Aufgaben selbst gelöst. Das freut mich.

         Was meinst du, schaffst du die  Dritte  auch noch alleine?

 

Gibt Ihr Kind oft rechtzeitig auf, könnte man z.B sagen:

  • Toll, dass du es nochmal versucht hast!

  • Ich habe das Gefühl, dass du hartnäckiger an Aufgaben dran bleibst als früher!

  • Ich weiß, es kommt dir manchmal so vor, als wäre das alles nicht zu schaffen. 

  • Heute bist du dabei geblieben -  ich finde, es hat sich richtig gelohnt.

Tipp 3: Interesse zeigen

 

Anerkennung lässt sich auch über Interesse ausdrücken. 
Hat Ihr Kind beispielsweise eine Zeichnung angefertigt, könnten Sie ihm sagen, dass Ihnen die Zeichnung gefällt. Vielleicht bedeutet es Ihrem Kind aber mehr, wenn Sie sich zum ihm setzen und es fragen:

  • Was hast du denn da gezeichnet?

  • Piraten! Was gefällt dir an Piraten?

  • Kontextbezogene Fragen zeigen Ihr Interesse an der Tätigkeit Ihres Kindes und nicht nur am Resultat. Mit interessierten Fragen ermuntern Sie Ihr Kind nicht nur weiterhin zu zeichnen, sondern auch seine eigenen Interessen zu verfolgen und kreativ zu bleiben.

Tipp 4: Der richtige Ort

  • Kinder brauchen einen Ort zum Lernen, der unterstützend wirkt und die Konzentrationsfähigkeit fördert.

  • Konflikt- und stressbehaftete Räume sollten eher gemieden werden.

  • Wechseln Sie doch mal von der Küche zum Wohnzimmer und vielleicht auch wieder zurück.  Achten Sie darauf, wo sich Ihr Kind am besten konzentrieren kann und machen Sie dies zum neuen Lernort.

  • Vielleicht fühlt sich auch Ihr Kind an einem Ort am wohlsten und produktivsten, den Sie niemals als Lernort gewählt hätten.

         Wer weiß?

Tipp 5: Der richtige Zeitpunkt

Wir alle haben einen Biorhythmus: Zu bestimmten Zeiten sind wir leistungsfähiger als zu anderen. Manche Menschen sind Morgenmuffel, andere haben ein Nachmittagstief und am späteren Nachmittag nochmals ein Hoch. Andere Menschen können gut abends lernen. 

Generelle Empfehlungen, dass Kinder nach der Schule zuhause erst 30 Minuten Pause machen und erst dann die Hausaufgaben erledigen sollen, sind nicht für alle Kinder sinnvoll. Es kann sein, dass Ihr Kind ganz anders „tickt“.  

 

Tipp 6: Der Hausaufgabenvertrag

Viele Eltern haben ein ungutes Gefühl dabei, ihre Kinder mit unterschiedlichen Zeitpunkten experimentieren oder ihr Kind sogar selbst entscheiden zu lassen, wann es die Hausaufgaben macht.

  • Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie einen Vertrag für eine bestimmte Laufzeit aufsetzen. Funktioniert es nicht, geht die Verantwortung zurück an die Eltern und man könnte gemeinsam überlegen, wie Ihr Kind sich anders motivieren könnte.

 

VERTRAG

Ich, Max, darf eine Woche lang selbst bestimmen, wann ich meine Hausaufgaben mache.

Wenn ich es schaffe, die Hausaufgaben regelmäßig vor dem Abendessen zu erledigen,

wird der Vertrag verlängert.

 

17.09.22

Max____________                    Eltern_____________

Mit dem Vertrag vermitteln Sie Ihrem Kind indirekt, dass es mehr Freiheit erhält, wenn es bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen. 

Tipp 7: Lesemuffel motivieren

Kinder mit einer Lese-/Rechtschreibschwäche bzw. Legasthenie oder Lese-/Rechtschreibstörung lesen häufig ungerne.

  • Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt! Wenn Sie Ihr Kind während des Lego-Spiels unterbrechen und  es zum Lesen auffordern- dann kommt das Lesen einer Bestrafung gleich.

  • Viele Kinder gehen abends gar nicht gerne schlafen. Nutzen Sie diesen Umstand und fragen Sie Ihr Kind: "Möchtest du lieber gleich schlafen oder noch 15 Minuten mit mir lesen?“

  • Sehr viele Kinder sind in diesem Fall durchaus bereit für eine Leseübung. 

  • Natürlich sollte das Kind immer noch genügend Schlaf erhalten – aber meist kommt es auf 15 Minuten nicht an. 

Image by Eric Rothermel

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Tipp 8: Gemeinsam geht es leichter

 

Viele Kinder sind einfach ungern alleine. Wird erwartet, dass sie ihre Hausaufgaben im Kinderzimmer am Schreibtisch erledigen, fühlen sie sich schnell isoliert. Nicht wenige Kinder reagieren darauf, indem sie ständig aus dem Zimmer kommen, um ihren Eltern Fragen zu stellen. Manche werden immer unselbstständiger – nicht, weil sie es nicht alleine könnten, sondern weil sie nicht alleine sein wollen.

Die einfache Lösung für dieses Problem:

  • Lassen Sie Ihr Kind neben sich arbeiten, während Sie etwas anderes tun.

  • Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie sich konzentrieren müssen und es sich Fragen aufschreiben soll, um diese am Ende zu stellen.

  • Wenn Ihr Kind Sie unterbricht, können Sie es jeweils darauf hinweisen, dass es gerne neben Ihnen arbeiten darf, solange es sich die Fragen aufschreibt und Sie für eine vorher festgelegte Zeit nicht unterbricht. 

Tipp 9: Fortschritte auf Übung zurückführen

Mit einfachen Feststellungen geben Sie Ihrem Kind das Gefühl: Was ich tue, bringt etwas!

Sie könnten beispielsweise zu Ihrem Kind sagen:

  • Ich habe das Gefühl, dass du viel flüssiger liest, seit wir am Abend jeweils 15 Minuten zusammenlesen. Was meinst du dazu?   

  • Du siehst so stolz aus, dass ihr gewonnen habt! Das häufigeTrainieren scheint sich ausgezahlt zu haben!

  • Je mehr man ein Kind aktiv darauf hinweist, welche Fortschritte es sich selbst durch seine Anstrengungen erarbeitet hat, desto sicherer wird es, dass es auch zukünftige Herausforderungen meistern kann.

Nichts kann den Menschen mehr stärken, als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.  
Paul Claudel

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